Illusionen der Jugend – Augen zu und durch

Denkt mal fünf Jahre zurück. Wenn ihr euch damals die Frage gestellt hättet, wo ihr euch in fünf Jahren seht, seid ihr genau da angekommen? Ich nicht. Nicht mal annähernd. Ich könnte kaum weiter weg sein. Macht aber nix. Ist ganz okay hier. Bevor ich das eingesehen habe, hatte ich allerdings eine, oder lass es 400 gewesen sein, kurze Sinneskrisen. Die am häufigsten gestellte Frage von mir an mich war: “Hast du alles falsch gemacht?!”

Antwort war Ja, aber darum ging es ja nicht wirklich. Klingt paradox sagt ihr? Stimmt. Welcome to my dirty twisted mind. Klar hab ich so gut wie keine Entscheidung, die ich treffen musste, besonders gut durchdacht. Ich bin einfach in die Situation gesprungen und dachte mir ‘wird schon’. Ist doch selbstverständlich, dass da nur Bockmist bei raus kommt. Hätte ich meine Entscheidungen nicht alle nur aus dem Bauch heraus getroffen und auch mal auf die Menschen um mich herum gehört, wäre ich jetzt an einem anderen Punkt in meinem Leben. Ob der besser gewesen wäre, werde ich nie erfahren.

Aber das ist nun mal das Dilemma junger Leute. Wir haben Wünsche, Träume, Ziele, Ambitionen und mehr Ablenkung von all dem als uns gut tut. Und ich habe den höchsten Respekt vor den Leuten meines Jahrgangs, die sich nicht haben davon leiten, ablenken und benebeln lassen. Ich gehöre nun mal zu der anderen Sparte. Ich habe meine neu gewonnenen Freiheiten vielleicht etwas zu sehr genossen. Kostete mich damals Geld und heute Nerven. Und ich kann heute gar nicht benennen, was die dümmste meiner Entscheidungen gewesen sein könnte. Ich erinnere mich halt auch nicht mehr an alles. Ihr kennt das.

Ich dachte nach meinem Abi, dass ich ein Jahr später anfangen würde zu studieren, und dann mit 22 fertig bin. Hah! Ich Narr. Sehr mich an, 24 und habe noch ein gutes Jahr Studium vor mir. Hat ja ganz hervorragend geklappt. Ich dachte auch, dass ich dann ja einen soliden Job hätte und gutes Geld verdienen würde. Nun ja, sagen wir, ich verdiene Geld. Aber ganz weit weg von gut. Und ich dachte, dass das alles zu anderen, gefestigteren Lebensumständen führen würde. Denn ohne meinem Freund Druck machen zu wollen, ich dachte auch, dass ich in meinem jetzigen Alter zumindest verlobt wäre. Das liegt aber vermutlich nur an diesen scheiß Romantik-Komödien, die einem eine völlig unrealistische Vorstellung von Beziehungen vorgaukeln. Elende Penner.

Natürlich kam fast alles anders als ich es mir ausgemalt habe. Und ich würde meinen zuckersüßen Hintern darauf verwetten, dass es dem Großteil von euch ähnlich ergangen ist. Aber wenn wir alle ehrlich zu uns sind, ist es eigentlich fast immer gut, so wie es geendet ist. Jede dumme Entscheidung führt dazu, dass man dazulernt. Manchmal macht man den selben Fehler auch ein paar mal häufiger. Ist übrigens eine Definition von Wahnsinn. Immer das selbe tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten. Just sayin’. Aber irgendwann findet man seinen Weg und es läuft, wenn auch anders als erwartet. Hin und wieder läuft es rückwärts und bergab, aber es läuft, Freunde, und das ist das wichtigste. Es kommt schon so wie es soll. Das hat mein Vater immer zu mir gesagt. Und er hat Recht. Ich hatte wirklich viele fast schon depressive Momente, weil ich mich selbst für jede vergangene Entscheidung gehasst habe. Ja, aber was bringt uns dieser Selbsthass denn?! Nix. Also lasst uns das Leben nehmen wie es kommt, und das beste draus machen. Wird schon.

In diesem Sinne…

Peace out xo
Karo.

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25 years old and living near Hamburg with my beloved man, our two cats and our dog. And I am goint to take you on a journey with me through my life on a way to a better self. So stay tuned.

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