#GrannyLife

Ich bin die geborene Rentnerin. Auf dem Land zu leben hat mich alt gemacht. Sehr alt. Ich will mich nicht beschweren. Ich fühle mich sehr wohl als als Rentnerin. Aber genau aus diesem Grund wollte ich ursprünglich nicht aufs Land ziehen. Das macht es halt mit einem, ob man will oder nicht. Es saugt dich ein in das langsame Leben und lässt dich nicht mehr los. Ganz nett eigentlich.

Ich bin halt nicht die typische 24-Jährige. Ich muss nicht mehr feiern gehen jedes Wochenende. Nicht mal jedes Zweite. Am liebsten nur wenn es unbedingt sein muss. Muss es denn überhaupt? Muss das wirklich sein? Wer hat denn gesagt, dass man gerne feiern gehen muss? Klar, ist es mit den richtigen Leuten auch lustig und macht Spaß. Aber ich gehöre nun zu den Spießern der Nation. Ich will um spätestens 3 Uhr nachts zuhause sein. Spätestens! Ich brauche meinen Schlaf. Das einzige was mir noch heilig ist.

Mein Freund ist Musiker und da bleibt mir auch nichts anderes übrig, als auch mal mitzukommen. Nicht, dass ich mir seine Gigs nicht gerne angucke. Aber letzten Endes ist doch jede Veranstaltung gleich kann mir keiner erzählen, dass es anders sei. Siehst immer die gleichen Leute, die immer mit den gleichen Leuten reden, immer die selben Drogen nehmen, immer die selbe Scheiße von sich geben. Du hast immer dasselbe Klientel. Hast du eine Party gesehen, hast du alle gesehen. Punkt. Believe it or not.

Das innere Rentnertum breitet sich auch immer weiter in einem aus. Seit etwa einem Jahr rege ich mich nun auf, wenn meine Nachbarn in der Mittagsruhe Rasen mähen. Wer macht denn sowas? Es heißt MittagsRuhe, nicht MittagsMähen! Als würde der Rasen völlig eskalieren, wenn man ihn eine Stunde später mäht. Geduld ist eine Tugend! Aber auch Hunde können unendlich nervig und unerträglich laut sein. Das Schlimmste jedoch? Kinder. In Wohngegenden wie diesen, siedeln sich leider gerne junge Familien mit Kindern an. Und dann werden es immer mehr. Sind das normale Menschen oder Legebatterien?! So lasst mir doch meine Ruhe im Garten und nutzt Kondome!

Man fängt auch an, so einen deutschen Unfug zu betreiben, wie alles einzufrieren. Alles. Was ihr dafür braucht? Unendlich viele Dosen. Auch lächerlich kleine. Nehmt die kleinste Dose, die ihr im Schrank habt, und viertelt sie. Mental natürlich, nichts kaputt machen bitte. Wofür ihr die braucht? Keine Ahnung, aber besser haben als brauchen, meint ihr nicht? Es findet sich immer etwas. Neulich hatte ich zum Beispiel ein bisschen zu viele Lauchzwiebeln geschnitten. Es war eigentlich absurd wenig. Nun liegen sie in meinem Gefrierschrank und warten auf ihren Einsatz.

Ich finde wir sollten alle mehr zu unserem inneren Spießer stehen. Ich bin mir sicher, dass er in uns allen steckt. Ist aber halt auch nicht so einfach, sich einzugestehen, dass man mental so schnell altert. Und kaum fühlt man den Kopf und die Gedanken altern, hat man plötzlich auch mal Wehwehchen. Mal tut es hier weh, mal da, und dann fängt der Schmerz auch noch an zu wandern. Rein psychosomatisch, aber es fühlt sich so echt an, oder? Und es hört sich auch echt an, wenn man morgens aus dem Bett steigt und alles knackt. Alles. Aber sehr es positiv. Wir werden nicht alt. Wir werden knackiger und knuspriger.

In diesem Sinne…

Peace out xo
Karo.

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25 years old and living near Hamburg with my beloved man, our two cats and our dog. And I am goint to take you on a journey with me through my life on a way to a better self. So stay tuned.

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