Erwachsen sein – Deep Shit

Sind wir mal ehrlich, erwachsen sein ist scheiße. Rechnungen, Verantwortung, Steuern, Verpflichtungen, Rechnungen… Ja ich wiederhole Rechnungen, und wiederhole sie wieder und wieder. Die größte Plage des Erwachsen-Seins. Es war alles so viel leichter als unsere größte Sorge war, ob die beste Freundin raus kann zum Spielen, wenn man an ihrer Tür klingelt und fragt, weil die Epidemie der Handys noch nicht ausgebrochen war.

Man sagte mir damals immer (damals – als wäre ich 374 Jahre alt), dass ich meine Schulzeit vermissen werde, wenn ich erst arbeiten muss. Das war aber nie der Fall. Ich habe die Schule gehasst, ich fand es schon immer lästig zum früh aufstehen gezwungen zu werden, und Lehrer sind jetzt auch nicht meine Lieblingsspezies gewesen, da ich auch schon immer ein Autoritätsproblem hatte und an quälender Faulheit litt. Was ich vermisse ist die Sorglosigkeit. Die Freude über Kleinigkeiten, weil man nicht schon an die verrücktesten möglichen Konsequenzen dachte. Die Unbeschwertheit. Die unendlich vielen Möglichkeiten und Träume. Das einzige von dem ich heute träume ist, dass ich zumindest mal eine Nacht länger als 6 Stunden am Stück schlafe. Und am Monatsende wenigstens einmal etwas Geld übrig habe. Jep, that’s my life.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich vermisse die guten alten Zeiten. Und ich rede gerne, als wäre ich eine 80 Jährige Frau, die über das Leben und die guten alten Zeiten spricht, falls das noch nicht klar geworden ist. Seht euch draußen Kinder an. Nicht auf die unheimliche Komm-ich-zeig-dir-einen-echten-Hasen-Art, sondern seht ihnen zu, wie sorglos sie durch’s Leben gehen. Wie sie den Moment leben und nur dann an Morgen denken, wenn es darum geht, tolle Dinge zu erleben und unternehmen. Wann ist uns unser ewiges Lachen vergangen. Verdammt deep, ich weiß, aber ich mein es ernst. Wenn ich an meine Kindheit denke, sehe ich mich lachen. Ich hatte keine Sorgen, außer mal ein aufgeschrammtes Knie, oder Langeweile, wenn ich noch eine Stunde warten musste, bis meine Freundin raus kommen durfte zum Spielen. Fuck man, solche Sorgen hätte ich heute gerne. Gott wie gerne ich diese Sorgen heute hätte…

Stattdessen denke ich heute nur noch daran, wie ich meine Rechnungen bezahlt bekomme und trotzdem noch Geld für Essen, Hundefutter, Fahrkarten und Zigaretten habe. Oder wie ich je aus dem Dispo kommen soll. Oder wie wir die Renovierung dieses Hauses bezahlen sollen. Oder welche böse Überraschung heute hinter der nächsten Ecke auf mich warten. Denn genau das hat das Erwachsen sein aus mir gemacht. Jemand, der nur auf den nächsten Scheiß wartet, den das Leben mir entgegen wirft. Und glaubt mir, ich warte nie lange. Und es nervt mich massiv, dass ich nicht in der Lage bin das alles positiver zu sehen und mich nicht davon runterziehen zu lassen, aber wenn ich dann wieder eine Lastschriftrückgabe machen muss, um zu verhindern, dass man uns den Strom abstellt, fühle ich mich scheiße und bin nun mal nicht fähig an bessere Tage zu denken. Das fühlt sich scheiße an und das kann man nicht wegdiskutieren. Es heißt, es kommen auch wieder bessere Tage. Aber wann? Wann sollen diese besseren Tage bitte kommen, denn so langsam wächst die Depression ins unermessliche, und ich bin verdammt ungeduldig.

Ich versuche wirklich mich nicht von all diesem Scheiß kaputt machen zu lassen und nicht daran zu verzweifeln und darauf zu vertrauen, dass alles besser und leichter und erträglicher wird. Aber es ist wirklich hart. Und dann denk ich ich hab es geschafft das alles zu verdrängen und nach vorne zu blicken und dann kommen überraschende horrende Kosten aus dem Nichts auf mich zu und ich versinke wieder in meinem depressiven Loch. Und wenn ich darin erstmal angekommen bin, ist es jedes mal ein bisschen anstrengender wieder da raus zu kommen. Ich weiß es wird irgendwann besser werden. Sind wir mal ehrlich, so viel schlimmer kann es doch nicht mehr für mich kommen oder? Ich meine, klar, ich hab ein Dach über dem Kopf, einen tollen Mann an meiner Seite, die beste Familie der Welt hinter mir, einen süßen Hund, zwei Katzen, Arbeit und so weiter. Ich will hier nicht sagen, dass es mir schlechter geht, als allen anderen Menschen auf der Welt. Schreckliche Krankheiten und Sorgen und Probleme wüten da draußen. Ich rede hier nur von meinem kleinen Universum. Und das ist momentan ziemlich düster. Und das alles nur, weil das Leben vorsieht, dass wir erwachsen werden. In Folge müssen wir alle irgendwie unser Päckchen tragen. Und so sehr wir uns auch wehren, wir müssen alle einen Weg finden mit uns und der Welt klar zu kommen. Und alles was uns bleibt, ist die Hoffnung auf bessere Tage, wann immer sie auch da sind…

In diesem Sinne..

Peace out xo
Karo

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25 years old and living near Hamburg with my beloved man, our two cats and our dog. And I am goint to take you on a journey with me through my life on a way to a better self. So stay tuned.

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