Sieger stehen um 5 Uhr auf. Hab ich gehört.

Jeden verdammten Tag mach ich das. Jeden Tag stehe ich um 5 Uhr zur Arbeit auf. Und selbst an meinen freien Tagen wecken mein Biorhythmus oder meine Blase mich zu dieser gottlosen Stunde. Es kursieren diverse Berichte im Internet, dass das gut sei. Ich bin mir da nicht so sicher.

Dass der Tag so länger ist, habe ich durchaus verstanden. Es geht hier nicht um ein Verständnisproblem. Was ich mich aber frage ist, wie Menschen zu dieser unchristlichen Uhrzeit überhaupt funktionieren! Ich kann mir um 5 Uhr einen Liter Kaffee in den Kopf kippen und fühle mich immernoch wie ausgekotzt. Und das obwohl mein Körper jetzt weiß Gott genug Zeit hatte sich an diese schrecklichen Umstände zu gewöhnen. Manchmal komme ich bei der Arbeit an und frage mich wie ich überhaupt da angekommen bin. Ich schlafe die gesamten 24 Minuten im Bus, und die 38 Minuten Bahnfahrt bekomme ich so auch nicht mit. Jeden Morgen. Also erzählt mir nochmal, dass ich früh aufstehen soll, um viel vom Tag zu haben. Die Zeit, die ich dadurch mehr habe, verbringe ich tagsüber damit wie ein Zombie durch die Gegend zu laufen und mich vom Schlafen am Arbeitsplatz abzuhalten. Wow. Das soll alles gewesen sein?

Natürlich weiß ich, dass es niemanden weiterbringt jeden Tag bis um 12 Uhr zu schlafen. Klar ist das mal ganz nett. Mach ich ja auch hin und wieder mal, sprich alle 6 Monate. Für mehr Schlaf habe ich keine Zeit. Unter diesem Gesichtspunkt dürfte man meinen, dass es eine wirklich tolle Idee für mich wäre jeden Morgen früh aufzustehen. Aber spielen wir das Szenario doch gerne einmal gemeinsam durch: Ich stehe also um 5 Uhr auf. Fühle mich wie vom Zug überfahren und koche Kaffee. Ich trinke Kaffee. Viel davon. So. Und dann?! Zum Lernen bin ich zu müde um die Zeit. Aufräumen wäre suboptimal, da mein Liebster nicht um 5 Uhr vom Staubsauger oder klirrendem Geschirr geweckt werden will. Gassi gehen würde auch nicht gehen, da mein Hund ganz nach mir kommt – um die Zeit nicht funktionstüchtig – und so gar keine Lust hat spazieren zu gehen, sondern lieber eine Minute im Garten ist, alles erledigt und sich dann wieder hinlegt. So. Was mache ich also bitte alleine um fucking 5 Uhr morgens?! Ich bin gerne offen für Vorschläge, immer her damit.

Aus dieser Handlungsunfähigkeit heraus lege ich mich dann erstmal auf die Couch. Ob das klug ist? Sicher nicht. Geht mir um 5 aber nur selten darum, besonders kluge Entscheidungen zu treffen, sondern eher darum zu überleben. Logische Konsequenz ist, dass ich dann doch nochmal einschlafe bis etwa 7 oder 8 Uhr. Geht mir danach zwar erstmal etwas besser, aber es ist halt der Sinn und Zweck des frühen Aufstehens verfehlt. Mir ist schon klar, dass ich theoretisch einige Stunden mehr hätte, würde ich um 5 Uhr tatsächlich aufstehen und wach bleiben. Weiß ich. Nur weiß ich nichts mit meiner zusätzlichen Zeit anzufangen, da sie einfach zu früh stattfindet. Und ich würde auch bei weitem nicht behaupten, dass es leichter wird. Es fühlt sich genau genommen von Tag zu Tag ein kleines bisschen beschissener an. Wisst ihr wie man sich fühlt, wenn man 1 Monat so früh aufsteht? Müde. Nix von wegen Sieger und Macher und super effektiv. Müde werdet ihr sein. Mehr nicht. Ob es irgendwann leichter wird? Erfahrungswert von etwa einem halben Jahr: Nö. Vielleicht wird mit der Zeit der Hass auf meinen Wecker weniger, das mag durchaus sein. Ich bin aber genauso müde wie am ersten Tag.

Ich kann euch natürlich auch genau meinen Fehler benennen, den ich aber halt noch nicht ändern will. Ich rauche. Dadurch komme ich morgen sehr viel schlechter aus dem Bett, klar. Wer sich nun wundert, dass Zigaretten euch nicht so müde machen morgens, schön für euch, die meine ich auch nicht. Mehr werde ich dazu nicht sagen. Das ist der Ursprung allen morgendlichen Übels. In Phasen in denen ich nicht rauche kann ich tatsächlich beim ersten Weckerklingeln aufstehen, und bin nicht mal besonders unglücklich darüber. Ich komm dann klar. Ist das ein ausreichender Grund das Rauchen sein zu lassen? Nö. Ein Grund schon, ausreichend nicht. Aber ich denke mir auch, wenn die Natur wirklich gewollt hätte, dass ich um 5 Uhr aufstehe, hätte sie sicher auch einen Mechanismus eingebaut, der einem das ganze etwas leichter macht. Denn ich hab mit Sicherheit auch schon alle Tricks ausprobiert, die genannt wurden in diesem Zusammenhang, wie den Wecker auf die andere Seite des Zimmers zu räumen: absoluter Witz, sobald der Wecker ausgemacht ist, lege ich Schlingel mich einfach wieder hin. Hat das keiner bedacht, als dieser tolle Tipp entdeckt wurde?! Naja lange Rede gar kein Sinn, ich quäle mich Morgen für Morgen, stehe um 5 Uhr auf, langweile mich und werde dann nach und nach gegen 8 Uhr wirklich lebensfähig. Das alles nur um ein effektiverer und produktiverer und vielleicht auch besserer Mensch zu werden. Und ich werde das auch weiterhin so machen, in der Hoffnung, dass es irgendwann doch leichter wird, und ich vor 8 Uhr schon eine Menge erledigt habe. Zu welchem Preis wird sich zeigen…

In diesem Sinne…

Peace out xo

Karo.

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25 years old and living near Hamburg with my beloved man, our two cats and our dog. And I am goint to take you on a journey with me through my life on a way to a better self. So stay tuned.

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