Buch des Monats – Februar

Die Menschheit ist kein Wolfsrudel, das durch einen unglücklichen Zufall Panzer und Atombomben in die Finger bekam. Die Menschheit ist viel mehr eine Schafherde, die Dank einer Laune der Evolution lernte Panzer und Atombomben zu bauen. Aber bewaffnete Schafe sind ungleich gefährlicher als bewaffnete Wölfe.

– Yuval Noah Harari in “Eine kurze Geschichte der Menschheit”

Ich weiß nicht wie viele Gedanken ihr euch bisher über die Evolution gemacht habt, aber ich habe bislang eigentlich alles als gegeben genommen. Ich habe mich nie gefragt was gewesen ware, wenn der Mensch nicht gelernt hätte aufrecht zu gehen. Oder was gewesen ware, hätte der Mensch nicht seine einzigartige Sprache entwickelt. Dieses Buch arbeitet die gesamte menschliche Evolution auf, stellt Fragen über die ihr nie nachgedacht habt, und zeigt euch mit diesen Gedankenexperimenten, wie alles hätte werden können, wäre es nicht so geworden wie es nun mal geworden ist.

Ich habe mir dieses Buch über Audible gekauft und bin sehr froh darüber es in dieser Form erworben zu haben. Kennt ihr das, wenn Bücher gelesen schöner gelesen klingen als geschrieben? Nein? Auch gut. Ist bei diesem Buch aber definitive wahr. Ich weiß nicht ob ich es gelesen hätte, wenn ich es gelesen hätte. Es ist nun mal ein Buch über die menschliche Evolution, machen wir uns nichts vor. Ich weiß nicht ob ich durchgehalten hätte. Aber als Hörbuch ist es ein Träumchen! Es ist wie eine Dokumentation zum Hören, gelesen von Jürgen Holdorf, der eine super angenehme ruhige Stimme hat. Man taucht einfach in der menschlichen Geschichte ab und folgt Harari’s Gedankenexperimenten. Mehr nicht. Ich liebe es manchmal einfach ein Buch zu haben, von dem man sich berieseln lassen kann, ohne super spannende Handlungen und komplizierten Intrigen oder wilden Machtkämpfen. Einfach abschalten, zuhören und etwas über unsere Geschichte lernen, und darüber wie wir an der Spitze der Nahrungskette angekommen sind. Und warum wir nicht nach einem Keks aufhören, sondern die ganze Packung vernichten müssen. Wir sind da gar nicht dran schuld, sondern das Fress-Gen unserer Vorfahren. Beruhigend oder?

Von der Evolution geht er über in die Entwicklung unserer Landwirtschaft und wie es zu dieser landwirtschaftlichen Revolution gekommen ist, sowie ihre Auswirkungen auf uns und unsere Nutztiere. Und er zeigt wie wir vom Weizen domestiziert wurden. Ja ihr lest richtig. Wir haben nicht Weizen, Reis, Mais und Kartoffeln domestiziert, es war andersherum. Weiter zeigt er die Entwicklung der Tierhaltung in verschiedenen Kulturen was zum einen verstörend und irgendwie auch faszinierend ist. Und übrigens, war euch klar, dass Tiere lügen zu ihrem eigenen Vorteil? Und das sind alles Gedanken, die ich mir vorher nie gemacht habe. Das ist das faszinierende an diesem Buch. Ich liebe es. Ein weiterer Gedanke, der mir die Augen geöffnet hat ist der Fakt, das wir uns “Freiheit” erdacht haben und unsere Gesellschaft auf genau dieser Annahme aufbaut und ohne sie nicht funktioniert, wie es auch mit den Menschenrechten ist. Wie schnell unsere Gesellschaft wohl zusammenbricht, wenn sich das erstmal jeder bewusst machen würde und danach leben würde?

Es geht um Geschichten und darum andere Menschen von der Wahrheit dieser Geschichte zu überzeugen. […] Wenn ein Priester mit all seinen heiligen Gewändern und Gerätschaften im richtigen Moment die richtigen Worte sprach, wurden gewöhnliche Oblaten zum Leib Christi und gewöhnlicher Wein zu dem Blut Christi. Er sprach die lateinischen Worte “Hoc est corpus meum” […] und Hocus Pocus wurde das Brot zu Fleisch und der Wein zu Blut.

Yuval Noah Harari in “Eine kurze Geschichte der Menschheit”

Es ist verrückt. Lest dieses Buch und gebt euch mal den Gedankenspielen hin, es bringt euch auf Ideen, die ihr für undenkbar gehalten habt. Und es zeigt euch auch die traurigen Auswirkungen menschlichen Lebens auf die Umwelt, nicht nur die heutigen, sondern Auswirkungen zu Zeiten als der Mensch als erstes Großsäugetier von dem afrikanisch-asiatischen Kontinent aus Australien erreichte, also ab dem Zeitpunkt an dem er die Spitze der Nahrungskette erreichte und zur mörderischsten Tierart in der Geschichte des Planeten wurde. Und das ist von Yuval Noah Harari nicht einmal übertrieben dargestellt, das sind Fakten. Das ist auch definitiv ein Grund warum ich dieses Buch so liebe, eine Dokumentation zum hören, nachdenken und zurückblicken. Er zeigt die menschliche Spezies als das was sie ist, eine Laune der Natur. Er versucht nicht den Menschen als übergeordnetes Lebewesen darzustellen, sondern führt uns ungeschönt vor Augen, was der Mensch bereits angerichtet hat, was hätte passieren können, und was noch passieren kann, wenn wir uns nicht eines besseren besinnen.

Da dies ein schönes Fazit ist und ich euch nicht zu viel spoilern möchte für den Fall, dass ihr dieses fantastische Buch selbst lesen möchtet, werde ich nun hier enden. Ein inspirierendes Buch von Yuval Noah Harari hat es im Februar zu meinem Buch des Monats geschafft und ich bin froh es nun in meiner Bibliothek zu haben. Lasst euch überraschen welches Buch im März mein Favorit wird, ich habe einiges auf der Liste und weiß selbst gar nicht wo ich anfangen soll. Falls ihr Buchempfehlungen habt, bin ich für diese natürlich auch immer dankbar, ich bin immerhin immer auf der Suche nach meinem neuen Lieblingsbuch.

In diesem Sinne…

Peace out xo
Karo.

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25 years old and living near Hamburg with my beloved man, our two cats and our dog. And I am goint to take you on a journey with me through my life on a way to a better self. So stay tuned.

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